21.04.2010
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17./18.
April 2010 – Deutsche Einzelmeisterschaften in Berlin
Der
Spieler des Wochenendes heißt:
Björn Kegenbein
Kategorie
Veteranen: Arnold Mair ist z. Zt. unser bester Veteran
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den Halberstädter Autobahnasphalt: Selsen & Büsing
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Auf
dem Weg zur Deutschen Meisterschaften 2010 lagen einige
Stolpersteine herum. Zum Beispiel hatte ein isländischer
Vulkanausbruch dafür gesorgt, dass Flüge nach und aus Berlin
an diesem Wochenende komplett gestrichen worden sind. Der
Veteranenspieler Thomas Vulpes war eines der Opfer der
Aschewolke geworden und durfte stattdessen mit der Deutschen
Bahn reisen. Doppeltes Unglück für ihn, dass ausgerechnet
sein Zug aufgrund eines Selbstmordes drei Stunden auf offener
Strecke stehen bleiben musste. Der komplette LV West-Konvoi
startete am Samstagmorgen rechtzeitig gen Bundeshauptstadt los
und bei Hannover hoffte man noch laut Berechnung des
Navigationssystems auf eine Ankunftszeit von 10:30 Uhr. Eine
Vollsperrung der A2 bei Halberstadt mit Bergungsarbeiten führte
zu einem Megastau und über vier Stunden Wartezeit auf der
Autobahn. Eine Geduldsprobe nicht nur für die Staumitglieder,
sondern auch für die restlichen DEM-Teilnehmer, die auf einen
pünktlichen Beginn um 12 Uhr gehofft hatten.
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| Selten hat es so ein gutes und ausgeglichenes
deutsches Veteranenfeld gegeben, wie in diesem Jahr. In Gruppe
1 hatte es der Dortmunder Salice nicht nur mit den späteren
Finalteilnehmern zu tun, sondern auch mit den Titelträgern
der Jahre 2008 und 2009. Und der Titelverteidiger stand schon
am Rande eines Ausscheidens in der Vorrunde. Nach dem torlosen
Remis der Vorjahressieger konnte Salice in seiner Partie gegen
Tilgner jeweils in Führung gehen. Der Berliner ließ sich
jedoch nie von seinem typischen, besonnenen Spiel abbringen
und glich jeweils aus. Mit zwei Punkten somit fast schon die
halbe Miete für ´s Weiterkommen. Im entscheidenden letzten
Spiel der Gruppe 1 stand Arnold Mair schon mit einem halben
Bein im Aus. Salice wusste mit einem torlosen Remis wäre auch
er zusammen mit Tilgner weiter, doch der Bayer schaffte wenige
Minuten vor dem Abpfiff seinen einzigen Treffer der Vorrunde,
der ihm für das Viertelfinale reichte. Bitter für Sandro
Salice, der zuvor neun Stunden hinterm Lenkrad gesessen hatte
und somit fernab einer optimalen Vorbereitung auf das Turnier
gewesen war
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- Gelungenes
Plakat, gute Werbung - Marcus sei Dank.
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In Gruppe 2 überzeugte vor allem der Zweite der
Mair-Brüder, Wolfgang, mit präzisen Schüssen, die gemixt
mit seinem Zeitlupen-Subbuteo eine gelungene Mischung aus
Taktik und Können darstellten. Vorjahrsfinalist Büsing, auch
eines der Stauopfer, wurde in beiden seiner Spiele zweimal
kalt erwischt, als er gleich zu Beginn schnell mit zwei Toren
in Rückstand geriet und nie richtig ins Spiel fand.
In Gruppe 3 wartete man, wie bereits eingangs begründet,
lange bis es zum West-Schlager Mulasmajic – Hagenkötter
kam. Klare Feldvorteile und die besseren Chancen waren auf
Seiten des ehemaligen Bosnier zu erkennen, allerdings stemmte
sich der Dortmunder Hagenkötter eindrucksvoll gegen eine
drohende Niederlage. Roland Popp, als Dritter im Bunde, ist
bekannt dafür, an zwei Wochenenden mal einen guten und mal
einen schlechten Tag zu haben. Subbuteotechnisch sollte dies
somit der Sonntag sein.
Die einzige Vierergruppe dieses Wettbewerbs bekam
sinngemäß auch die Nr. 4 und es schien die leichteste zu
sein, wenn man den allgemeinen Meinungen im Teilnehmerfeld
Glauben schenken wollte. Uli Selsen, auch wie Salice mit
neunstündigem Lenkradkontakt in den Fingern, bekam es knüppeldick
in seinem ersten Spiel. Nach drei Minuten Spielzeit lag er
bereits 0:2 gegen Janus Gersie hinten. In der Wartezeit auf
den LV West waren bereits alle Spiele ohne Selsen-Beteiligung
absolviert worden. Nach seinem verloren gegangenen
Auftaktmatch wusste Selsen, gegen Thomas Vulpes ging es im
Grunde genommen fast schon um Alles oder Nichts, denn dieser
hatte bereits drei Punkte durch seinen Sieg gegen Thomas Pröhle.
Und dass Uli Selsen zu den besten deutschen Veteranen zählt,
bewies er durch eine couragierte Leistung gegen Thomas Vulpes,
die mit einem entscheidenden Tor gekrönt wurde. Das Spiel
gegen Pröhle musste zwar auch erst noch gewonnen werden, aber
nach einer 2:0-Halbzeitführung schaute der Dortmunder
wesentlich entspannter drein, als noch nach der 1. Halbzeit
gegen Gersie.
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| Gegen die abgeklärte und präzise Kurzpassstrategie
von Arnold Mair kann Frank Hagenkötter partout nicht spielen.
Dies zeigte sich wieder im Viertelfinale. Wenig Ballbesitz für
den Dortmunder, der – wenn er mal den Ball hatte – mit
seinem typischen Hurra-nach-vorne-Subbuteo kein Land sah. Mit
Reiner Vogt, dem Wahl-Berliner, und Janus Gersie trafen zwei Südwest-Spezies
aufeinander, die genau wissen, wie man gegeneinander spielen
muss. Beide bettelten förmlich um ein torloses Unentschieden
bei 40-minütiger Spielzeit. Dann im finalen Zielschießen von
den fünf Freistoßmarkierungen aus, entpuppte sich Vogt als
sicherer Schütze. Nach vier Schüssen konnte er zufrieden
sein Spielmaterial wieder einsammeln und schauen, wer ihn denn
im Halbfinale erwarten würde. Das Duell Mulasmajic –
Tilgner gilt auch als ein DSTFB-Klassiker. Einige Endspiele in
dieser Konstellation gab es bereits in der Vergangenheit. Nun
hatte mal wieder der Berliner die Nase vorn, der besonders in
der zweiten Halbzeit das Spiel diktierte. Im vierten
Viertelfinale zog es sich zäh dahin. Wenig Tempo, wenig
Risiko, viel klein-klein und viel Sicherheitsgeplänkel. Für
den Schiedsrichter eine leichte Partie, für die Zuschauer gähnende
Langeweile. Spannung kam erst nach Ablauf der Extra-Time auf.
Wolfgang Mair und Uli Selsen machten es spannend. Erst im
dritten Durchgang stand mit dem Dortmunder ein glücklicher
Sieger fest, der fast mit wehender LV West-Fahne eine Runde um
den Düppel gelaufen wäre.
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- Herrlich:
Arnold Mair, Schiri Thossa Büsing und
Marcus Tilgner vor dem Veteranen-Endspiel
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Im Halbfinale traf Selsen dann auf den Berliner
Tilgner, Organisator, Spielleiter, Sportwart und Topfavoriten
in einem. Auch hier wieder ein eher zähes Spiel zweier, die
mehr Wert auf Präzision, denn auf Tempo legen. Erstaunlich,
wie Selsen trotz aller Strapazen, nach dem Halbzeitrückstand
im Spiel blieb und erneut in die Verlängerung zog. Gegen
einen trocken abgezogenen Tilgner-Flachschuss ins Eck hatte er
dann keine Chance. Trotzdem, eine tolle Leistung des
Dortmunders. Im zweiten Halbfinale spielten Arnold Mair und
Reiner Vogt eine abwechslungsreiche Partie auf hohem Niveau
und zudem torreich.
Im Finale bekam Schiri Büsing wenig zu tun. Zwei
superfaire Sportskameraden spielten zu 99,9 % sicher und
fehlerfrei. Die Verteidigungszüge von beiden passten alle wie
im Lehrbuch, bis nach 29 Minuten und 53 Sekunden bei Marcus
Tilgner sich der erste Fehler einschlich, den der bayrische
Titelverteidiger wie ein überraschendes Geschenk dankend
annahm. Nichts Spektakuläres eigentlich. Ein einfacher
Verteidigungszug des Berliners ging daneben und Arnold Mair
musste nur schnell schalten und kurzerhand zum am Ende glücklichen
1:0 einlochen.
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Jugendkategorien:
Kegenbein, Kwiatkowski und Kai Hagenkötter on top
Ohne die Konkurrenz eines ins Open-Lager entwachsenen Vorjahressiegers
Dominik Schulz und des nicht mit nach Berlin gereisten Steven
Breselg (TSL Dortmund) hatte Björn Kegenbein quasi freie
Fahrt zum Titelgewinn. Locker und leicht bewältigte er seine
Aufgaben und selbst im Finale, als sein Vereinskollege und
Spielpartner aus zehntausenden von Spielminuten, Marcel
Kwiatkowski, ihm gegenüber stand, löste er seine Aufgabe
meisterlich. Marcel Kwiatkowski ging jedoch nicht leer aus. Er
holte sich in 2010 seinen ersten Deutschen Meistertitel. Ihm
gebührt die Ehre die U15-Meisterschaft gewonnen zu haben. Im
U12-Finale standen sich Kai Hagenkötter (Dortmund) und
Florian Powels (Berlin) gegenüber. Für den Titelverteidiger
kein Spaziergang. Mit einem knappen 1:0 sicherte sich der
junge Dortmunder wieder den begehrten Wanderpokal.
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- Unsere derzeit besten
Jugendspieler: Kai Hagenkötter, Björn Kegenbein und
Marcel Kwiatkowski.
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Leider fehlten aus den Süd und Südwest LVs alle
talentierten Mitkonkurrenten. Nimmt man diese noch hinzu zu
den in Berlin anwesenden Jugendspielern, kann man davon
ausgehen, dass bei der WM in Rain in allen Jugendkategorien
gute Mannschaften zustande kommen werden. Sportchef Tilgner
hatte hier und da ein Auge für die Partien der Youngster und
sich seine Notizen gemacht.
Bei Einigen gibt es allerdings noch vieles zu
verbessern, besonders bei denjenigen, die noch relativ frisch
dabei sind. Ein Felix Eger oder Adis Sarnoch haben zwar ein
gutes Ballgefühl und wissen auch schon mal ein Tor zu
erzielen, bei ihnen taten sich allerdings im Defensivbereich
noch große Lücken auf. Felix Herrmannsdörfer, mit nur achttägiger
Spielpraxis ausgestattet, schlug sich erstaunlich gut. Zwar
fehlt ihm noch die Durchschlagskraft, allerdings versteht er
es schon recht gut, Spielsituationen vorauszuschauen und
passabel mit dem Torwart zu parieren. Enttäuschend die
Performance von Aischa Mulasmajic, die sprachlos der geballten
Subbuteowelt gegenüber stand.
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Damen-Kategorie: Victoria
Büsing mit Titel-Hattrick
Verdient und zum dritten Mal in Folge wurde Victoria Büsing Deutsche
Damenmeisterin 2010. In einer Hin– und Rückspielrunde wurde
die diesjährige Meisterschaft ausgetragen. Die beiden
Berlinerinnen Willuhn und Mensel traten mit Trainingsrückstand
an. Zwar hatte die dreimalige Deutsche Meisterin Anna-Lisa
Mensel (2004—2006) nichts von ihrem Können verlernt, jedoch
musste die Grand Dame erkennen, dass Victoria Büsing dank
ihrer internationalen Erfahrung sich mittlerweile einiges an
Vorsprung erarbeit hat.
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- Victoria
Büsing in Erwartung einer Mensel-Ecke.
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Das Potential bei Rabea Willuhn ist unverkennbar
vorhanden. Es wäre schade, wenn die junge Berlinerin nicht
mehr aus ihrem Talent machen würde. Wenig zu lachen hatte
auch hier die Viertplatzierte Aischa Mulasmajic, die an der
Platte zu gut wie gar nicht auffiel. Mit Blick auf die
Weltmeisterschaft in Rain bleibt es fraglich, ob es in diesem
Jahr eine Damennationalmannschaft geben wird. Immerhin hat
Anna-Lisa Mensel ihre Teilnahme in Aussicht gestellt. Eine
Conny Vulpes vom der TSG Rain 1970 stünde auch noch im Raume.
Also, vier könnten es werden…
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Open-Kategorie: Phänomen
Kegenbein
Im Grunde genommen gingen am zweiten Tag der Deutschen
Einzelmeisterschaften wieder fast alle Veteranen, verstärkt
durch die besten Jugendspieler im traditionellen 16er-Feld an
den Start. Der Modus hat sich seit Jahren für ein
Tagesturnier bewährt: 4 Vierergruppen in der Vorrunde und die
beiden Erstplatzierten einer jeden Gruppe steigen in die
KO-Runden (Viertelfinale, Halbfinale, Endspiel) auf.
In Gruppe 1 gesetzt steckt immer der
Titelverteidiger, der in diesem Jahr der erst 17-jährige Björn
Kegenbein von Sparta Spreeathen 74/82 sein sollte. Seine
Subbuteo-Vita kann sich schon jetzt sehen lassen. 2 X
Weltmeister (U19, U15), Vizeweltmeister mit der deutschen
U19-Nationalmannschaft, Deutscher Mannschaftsmeister,
Deutscher Einzelmeister und 4 X Deutscher Meister im
Jugendbereich. Er bekam es in seiner Vorgruppe mit dem
Routinier Roland Popp (Rain) und Nationalspieler Marcel Schulz
(Dortmund) zwei harte Gegner zugelost, sowie mit Hendrik Broer
einen Vereinskollegen, dem bei seiner ersten DEM-Teilnahme
klar war, hier nur Lehrgeld zahlen zu müssen. So kam es dann
auch. Nichtsdestotrotz hat Broer sich tapfer geschlagen und
als fairer und talentierter Subbuteofreund dargestellt.
Beeindruckend, schussfreudig und zielsicher zog Kegenbein
seine Spuren über die grünen Berliner Baumwollfelder. Weder
Popp noch Schulz wussten ihn zu stoppen. Bereits früh kam es
zum vorhersehbaren Spiel um Platz 2, als sich der Rainer gegen
den Dortmunder mit 2:1 in einem sehr engen Spiel am Ende knapp
und glücklich durchsetzen konnte.
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- Die DEM war prima organisiert
und zurecht gemacht.
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Erneut kam es, wie am Vortage bei den Veteranen, in
Vorgruppe 2 zu einem Aufeinandertreffen der beiden TSLer
Hagenkötter und Mulasmajic. Wieder standen sich zwei
gleichwertige Hauruck-Schnipper mit ernormen Tordrang gegenüber,
die ein hohes Remis erfochten haben. Dabei sah es lang nach
einem Hagenkötter-Erfolg aus, der im Spiel stets die Oberhand
hatte. Die beiden anderen Rivalen in dieser sehr
ausgeglichenen Gruppe hießen Tilgner und Gersie, die in ihrem
Vorstandsduell ebenfalls gleichwertig gut spielten. In der
letzten Halbzeitpause dieser Vorgruppe sah alles schon recht
klar aus: Tilgner führte gegen Mulasmajic und steuerte
unbeirrt den 1. Platz an. Im Verfolgerduell sah es ganz danach
aus, als ob Hagenkötter sich gegen Gersie durchsetzen würde.
Nach dem 2:1-Anschlusstreffer des Schwalbachers zog der
Dortmunder prompt wieder an, stellte mit 3:1 den alten Abstand
her und wähnte sich schon mit Sicherheit im Viertelfinale.
Dort Gersie gab nicht auf. Wenige Minuten später wieder
Hoffnung nach dem 3:2, die sich sogar noch in grenzenlosen
Jubel umwandeln sollte. In der 28. Spielminute der Ausgleich
– nun stand Gersie im Viertelfinale und Hagenkötter musste
alles auf eine Karte setzen. 30 Sekunden vor dem Schlussgong
dann der kalte Nackenschlag: das 4:3 für Janus Gersie, der
die offene Deckung seines Gegners gnadenlos bestrafte.
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Arnold
Mair und Sandro Salice trafen am Tag zuvor schon in einer
Vorgruppe aufeinander, Selsen und Pröhle in einer anderen
ebenfalls. Nun standen alle vier in einer
Openkategorievorgruppe und suchten zwei aus vier für das
Viertelfinale. Pröhle mimte eigensinnig den Underdog: „Mein
Ziel ist es Fünfzehnter zu werden“. Doch einen alten Hasen
wie Thomas Pröhle muss man erst mal schlagen, wie Uli Selsen
zum Beispiel noch am Vorabend unmittelbar nach der Auslosung
zutreffend feststellte. Im Match Mair gegen Salice konnte der
TSLer zum Vortag erfolgreich Revanche nehmen. Das 0:1 tat dem
frisch gekürten Deutschen Veteranenmeister richtig weh, denn
dem Gruppenzweiten winkte im Viertelfinale laut Setzbaum kein
geringerer als Kegenbein, der Titelverteidiger.
Als eine sehr interessante
Gruppe wurde die vierte prognostiziert. Doch wohl kaum jemand
hätte erwartet, dass der neue Deutsche U15-Meister
Kwiatkowski als Gruppenerster durchs Ziel spurten würde. Die
beiden Veteranen starteten denkbar ungünstig mit zwei
Niederlagen. Nach weniger als 10 Sekunden lag Büsing bereits
zurück und nach zwei Minuten schon mit 0:2 hinten. „Ich
dachte jetzt folgt ein Debakel“, meinte der Dortmunder
Altinternationale nach dem Spiel. Doch kurioserweise kippten
die Spielanteile zu seinen Gunsten, jedoch mit reichlich
Schusspech. Eigentlich war er dem Anschlusstreffer näher, als
Alex Ruf dem dritten Tor, aber wie es dann immer so ist.
Anschließend keimte beim Dortmunder wieder Hoffnung auf, als
er beim 6:1 gegen Vogt wie aus einem Guss spielte. Völlig
unbegreiflich, wie es dann anschließend für ihn zu einer
2:6-Klatsche gegen Kwiatkowski kommen konnte. Vielleicht ist
der junge Berliner aber auch einfach respektabel mehr als ein
guter Spieler. Gegen Alexander Ruf ertrotzte „Kwitte“ sich
ein 1:1 und hatte am Ende aufgrund der mehr geschossenen Tore
hauchdünn als Tabellenerster die Nase vorn. Toll!
Die Viertefinalpaarungen
versprachen Spannung und höchstwahrscheinlich Verlängerungen…
und richtig. Mit offenem Visier traten Kegenbein und Mair an,
im Vorjahr war es das Halbfinale und ebenfalls eng und
spannend – so auch in 2010. Einer torreichen, turbulenten
ersten Hälfte folgte eine wesentlich gemächlichere zweite.
Wenige Zug zum Tor bei beiden, mehr Ballkontrolle und möglichst
keinen Ballverlust. Im sudden death holte Björn bei einer
seiner wenigen Chancen die ihm „Noldi“ Mair ließ, tief
Luft und knallte das 3:2, eiskalt wie eine Gletschermuräne,
stramm und unhaltbar in die Maschen. Janus Gersie hatte im
letzten Vorrundenspiel spielfrei und beobachtete bereits
intensiv seinen Viertelfinalwidersacher Kwiatkowski. Dem
schien plötzlich alles zu gelingen und mit der 2:1-Führung
zur Halbzeit im Rücken schien alles wie am Schnürchen zu
laufen. Doch Gersie bewies wieder Nehmerqualitäten und
schaffte es erneut ein Spiel zu kippen. Kurz vor dem Ende der
regulären Spielzeit erzielte er den 3:2-Siegtreffer. Eine
starke Leistung des Schwalbachers, der mit dem Halbfinaleinzug
vor der DEM im Traum nicht gerechnet hatte.
Wer Roland Popps
Spielweise kennt, sollte wissen, wenn Popp erst einmal in Führung
geht, wird es schwer gegen ihn zu gewinnen. Sandro Salice
wusste es und konnte schließlich auch nichts dagegen machen.
1A, wie eine deutsche Eiche, stand der Bayer defensiv stabil
und nahm bei Ballverlust von Salice viel Zeit in Anspruch, um
selbst den Weg zum gegnerischen Tor zu suchen. Das
Viertelfinale komplettierte die Paarung Marcus Tilgner gegen
Alexander Ruf. Für Subbuteoästeten ein Hochgenuss, auch wenn
es torlos nach 30 Minuten endete. Eigentlich hätte jeder der
beiden aufgrund der gezeigten Leistungen das Halbfinale
erreichen sollen, uneigentlich traf dann der amtierende
Pokalsieger einmal richtig und entschied das Spiel knapp für
sich.
Nun spitzte sich der
Favoritenkreis zu. Popp und Ruf im immergrünen LV Süd-Schlager
und Kegenbein gegen Gersie – der Titelverteidiger gegen den
Außenseiter. Im vereinsinternen Halbfinalduell der TSG Rain
kopierte Alexander Ruf sein Spiel gegen Tilgner auf das gegen
Popp. Zwei stabile Defensivreihen und weniger Tempo bei Ruf,
als noch in den Vorgruppenspielen. Konsequenz daraus: wenig
Torchancen, noch weniger Tore. Das 1:0 aus der 1. Hälfte
sicherte Ruf konsequent bis zum Schluss. Finale – doch gegen
wen?
Janus Gersie hatte sich
vorgenommen unbeeindruckt gegen den deutschen Himmelsstürmer
anzutreten und siehe da: Kaum waren 90 Sekunden gespielt ging
der Schwalbacher in Führung und schickte noch ein zufriedenes
„Jawoll“ hinterher. Mehr jubelte er nicht, denn es gab
auch nicht viel Zeit sich über die Führung zu freuen, denn
im direkten Angriff nach dem Mittelanstoß kam prompt die
Antwort mit dem 1:1. Und kaum hatte Gersie nach dem erneuten
Mittelanstoß den Ball wieder verloren, schlug Kegenbein
erneut zu und ging nun seinerseits in Führung, die er etwas
später sogar noch auf 3:1 erhöhte. Das war’s dann nun,
dachte jeder der es mitbekam, doch Gersie spielte nicht nur
tapfer weiter mit, hatte nichts mehr zu verlieren und setzte
trotzig gleich mal einen 2:3-Anschlusstreffer nach. Zur
Halbzeit hatte Kegenbein dann schon fast alles in trockenen Tüchern.
Im zweiten Durchgang dann wenig Gegenwehr des nun zunehmend
desillusionierter werdenen Gegners und noch drei weitere, schöne
Kegenbein-Tore. Janus Gersie sollte die Ehre haben den
Torreigen zu eröffnen und auch ihn wieder zu schließen. Mit
dem Schlussgong fiel sein 3:8. „Auf das Tor bestehe ich
aber!“ Na klar…
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- Shake hands vor dem Anpfiff des
Open-Finals: Björn Kegenbein, Schiri sandro salice und
Alexander Ruf.
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Zum Finalschiedsrichter wurde Sandro Salice
auserkoren, der seine Sache sehr gut machte, auch wenn Björn
Kegenbein hier und da mal ungläubig stutzte. Sieht man es
einmal aus der Sichtweite von Alexander Ruf, nahm dieses
Endspiel einen Verlauf, der typisch für sein Fortkommen seit
den KO-Runden war. Kontrollierte Offensive, weniger Risiko,
dafür mehr Sicherheit im Spiel. Ergo: wenig Dramatik, aber
dennoch Spannung und großes Subbuteo. Aus Sicht des Rainer
Nationalspielers verlief es dann jedoch nicht so wie in den
zwei Spielen zuvor, als er jeweils zu Null spielen konnte. In
der zweiten Halbzeit gelang es dem jungen Berliner einmal
etwas zügiger durch die Mitte durchzustoßen und schon war es
passiert: 1:0 in der 22. Spielminute – eine Führung, die er
bis zuletzt verteidigte und seinem Gegenüber nicht mehr viel
zuließ. Die Schüsse, die Ruf setzen konnte, waren nicht
zwingend und führten zu keiner Großchance mehr.
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Keine Frage, Björn
Kegenbein ist verdient Deutscher Meister geworden, hat
eindrucksvoll seinen Titel verteidigt und in diesem Jahr zudem
noch mit dem U19-Meistertitel einen weiteren hinzugewonnen –
den Heimvorteil auf Baumwolle optimal genutzt und kein Spiel
an diesem Wochenende verloren. Besser geht es kaum.
Gratulation an den zweifachen Deutschen Meister 2010.
Bei der WM im September in
Rain wird er allerdings nicht in der Open-Kategorie starten,
sondern bei den U19ern versuchen, seinen Weltmeistertitel von
2009 zu verteidigen. Die zwei Startplätze für Deutschland
bekommen somit die beiden bajuwarischen Lokalmatadoren
Alexander Ruf und Roland Popp – auch keine schlechte Sache.
Alle
Spiele, alle Tore 
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- Text: Thossa Büsing
- Fotos: Thossa Büsing,
Frank Hagenkötter und Thomas Vulpes
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